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Cinemaxx Essen - Neue Eintrittspreise und Kalkulation schrecken ab

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Vor einigen Wochen schauten wir etwas verwundert, als unser Lieblingskino eine neue Preisstruktur durchsetzte. Seit Eröffnung des Cinemaxx Essen, im Dezember 1991, welches mit dem Cinemaxx Hannover zu den ersten beiden Multiplex-Kinos der Cinemaxx-Kinokette gehörte, gab es für uns kein anderes Kino, denn zum maximalen Kinoerlebnis gehörte ohne jegliche Konkurrenz das Cinemaxx Essen.

Die Geschichte des Cinemaxx Essen


Schauen wir kurz auf die Geschichte des Cinemaxx Essen. 1992 war es nach dem Cinemaxx Hannover das zweiterfolgreichste Kino in Deutschland. 1993 bereits das besucherstärkste Kino in Deutschland. Das Cinemaxx Essen hat 16 Kinosäle mit insgesamt 5.370 Plätzen und ist das größte Multiplex-Kino in Deutschland.

Platzreservierung und Loge


Bis vor einigen Wochen gab es keine Platzreservierung. Jeder Kinobesucher konnte sich den idealen Platz seiner Wahl aussuchen, insofern er noch frei war. Es gab auch nur einen Eintrittspreis am Wochenende, der bei 7,00 EUR lag. Alle Plätze galten als Parkett. Überlängenzuschläge von 0,50 EUR - 1,00 EUR wurden zusätzlich berechnet.

Dann folgte die Veränderung. Jemand kam auf die Idee, nahezu alle Plätze eines jeden Kinosaales als Loge zu deklarieren. Bei einigen Sälen sind es ggf. Zweidrittel der Plätze. Loge kostet 1,00 EUR Aufpreis.

Ein Kinofilm mit Überlänge, Loge und telefonischer Reservierung


Den vorletzten Film, den wir uns anschauten, war Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia. Mit telefonischer Reservierung, die 0,50 EUR je Karte (!), mehr kostet:

7,00 EUR Kinoeintritt
1,00 EUR Loge
1,00 EUR Überlängenzuschlag
0,50 EUR telefonische Reservierung
------------
9,50 EUR Kinoeintritt pro Person!

19,00 EUR zzgl. 2,00 EUR Parkgebühr

Neues Platzreservierungssystem


Das neue Platzreservierungssystem teilt den Menschen Plätze zu. Es kann von Menschen allerdings nicht beeinflusst werden. Weder vom Kinobesucher noch vom Cinemaxx selbst. Ist der Kinosaal nur zu 20% ausgelastet, werden alle Besucher im oberen Drittel zusammengequetscht, obwohl mehr als ausreichend Platz ist. Änderungen sind nicht zulässig.

Zuvor konnte man sich etwas nach links oder nach rechts setzen, wenn vor seinem Platz ein 2 m großer Mensch saß. Oder man konnte ein oder zwei Plätze rücken, wenn die drei Riesenportionen Nachos der "drei Damen nebenan" den Kinosaal mit Duft einhüllten. Es gab hin und wieder halt einen Grund, sich anders hinzusetzen, und selbst eine Teilverantwortung für sein ganz persönliches Kinoerlebnis zu haben. Diese hat jetzt das "System" übernommen. Willenlose Kinobesucher fügen sich der programmierten Ordnung, zahlen auch noch indirekt für dieses Kontrollsystem und sollen dabei noch ein Kinoerlebnis haben?

Fazit


Ein stolzer Preis, der mit der Zeit immer mehr Kinobesucher zu Hause halten wird. Die Zeiten der Flachbildschirme mit Dolby Digital-Soundsystem im Wohnzimmer können gerade für Multiplex-Kinos gefährlich werden. Das Kinoerlebnis bleibt natürlich dabei ein wenig auf der Strecke, aber es ist trotz Anschaffungskosten für LCD- oder Plasmabildschirm und Dolby Digital-Soundsystem auf Dauer finanzierbarer als Kino. Reorganisation und Kostenoptimierung sind eine Sache, aber wenn dabei der Mensch auf der Strecke bleibt, sollte man sich als Kinobetreiber überlegen, was wichtiger ist.

 
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